Resümee #ScyllaTippgemeinschaft

Das Wichtigste gleich zuerst: Ein Hoch auf gemeinschaftliches Schreiben und einen klar definierten Zeitrahmen. Damit lässt sich jeder innere Schweinehund überwinden.

Erfahrungen unserer Teilnehmer*innen:

Fazit: Jeannette
(https://www.instagram.com/jeannette_schreibt/)

„Da mein nächster Thriller von einem Serienmörder auf einem Fernwanderweg handeln wird, habe ich meinen Rucksack gepackt, dem Hund Packtaschen aufgesetzt und bin an den Orten gewandert, an denen meine Geschichte spielen soll. Ich habe also vor Ort recherchiert und abends im Zelt meine Notizbücher gefüllt mit Stichworten, Eindrücken, Landschaftsbeschreibungen, Begegnungen, kleinen Abenteuern, Gefühlen und Morden.

Das hat mal mehr, mal weniger geklappt, denn ich hatte unterschätzt, wie müde ich abends vom Wandern sein würde, besonders dann, wenn ich mich mal wieder verlaufen hatte. Dennoch: letztendlich habe ich einen riesigen Fundus an Material, das ich verwerten kann und der meinem Buch eine superauthentische Atmosphäre verleiht. Das Schreiben auf Reisen begleitet von der Tippgemeinschaft hat sich gelohnt!

Da es so schwierig ist, sich im Alltag Zeit fürs Schreiben zu schaffen und zu nehmen, kann ich es nur weiterempfehlen: Tut Euch zusammen, setzt einen Rahmen und los geht‘s.“

Join the next #scyllatippgemeinschaft

Rohkostschnipsel – unlektoriert und unbehandelt
von Jeannette_schreibt


Wandern für Angsthasen
(Arbeitstitel / Thriller)

[…] Mein Herz rast, ich packe den Hund. Wenn er jetzt losrennt, sterbe ich. Ich will nicht allein sein, ich kann nicht. Ich blicke um mich, lausche, blicke, lausche. Wer zur Hölle ist da?
Ich knie mich hin, krame das Messer aus dem Zelt. Ich will raus aus dem Wald. So ziehe ich los. Licht, Hund, Messer. Der Hund bellt in die Nacht, dorthin, wo das Licht nicht hinreicht. Könnte er mir doch sagen, was da ist. 
Sein Bellen wird immer wütender. Ich drehe durch vor Angst, habe den Impuls, auf einen Baum zu klettern. Ich brauche Schutz, ich will in Sicherheit sein. Der Gedanke, dass der Hund unten bleiben muss, macht mich wahnsinnig, aber er ist schnell und groß, und ich weiß nicht, was ich sonst tun soll. […]

Fazit: Manisha

„Ich fand es klasse, sich austauschen zu können und – quasi als Neuling – auch für mich viele Anregungen zu finden. Mea hat eine sehr entspannte Atmosphäre geschaffen und ist super auf die einzelnen Fragen/Probleme eingegangen.

Leider war bei mir die zweite Ferienhälfte beruflich und mit den Kids so zeitraubend, dass ich die Feder nicht weiter schwingen konnte.“ 

Fazit: Tanja
(https://www.instagram.com/wortb.u.ilder/)

„6 Wochen nachts schreiben war das, was ich mir vorgenommen hatte. Jeden Tag. Jede Nacht. Meine kreative Zeit. Hat ungefähr genau 2mal geklappt. Ich war kreativ. Ich habe geschrieben. Ich war müde und am 3. Tag schlecht gelaunt.

Dann schrieb ich tagsüber. Entweder im Esszimmer, oder bei schönem Wetter auf der Terrasse. Mein Familiensegen war gerettet. Mein Plot steht. Ich habe viel geschrieben.

Die Gemeinschaft und der Austausch mit anderen Autoren war inspirierend und ich weiß jetzt, dass ich keine Freak bin, wenn ich jeden Absatz direkt wieder hinterfrage.

Nach den 6 Wochen? Geht es weiter. Ich habe Blut geleckt. Wird ja ein Thriller….

Rohkostschnipsel – unlektoriert und unbehandelt
von Wortb.u.ilder


Isabell
(Arbeitstitel / Entwicklungsroman)

[…] Der Kiosk liegt vor mir. Die Tür wird von innen geöffnet, ein Mann stolpert heraus. Fluchend lallt er Sätze die ich nicht verstehe. Er reißt ein Plakat von der Scheibe, zerknüllt es und wankt weiter. Ich finde ihn unheimlich, deshalb warte ich, bis er um die nächste Straßenecke verschwindet.

Das Plakat liegt auf der Treppe. Ein zerrissenes Gesicht starrt mich an, darüber ein Name: Lorenz Korn. Der Typ ist mir noch unheimlicher als der Betrunkene eben. Ich steige über das Gesicht und gehe in den Kiosk. […]

Fazit: Fabienne
(https://www.instagram.com/lillimetah/)

Meine Schreibzeit – ein glorreiches Fazit:

Schreiben kommt vom schreiben! Dass ist die größte Erkenntnis, die ich gewonnen habe, und es steckt mehr dahinter, als man denken:

* Drauflos schreiben, wenn ich eine Szene im Kopf habe und mich mit Recherche im Nachgang beschäftigen

* Schrott schreiben, wenn ich nicht mehr weiter weiß, nichtssagende Dialoge, ellenlange Beschreibungen und langweilige Handlungen tragen mich dennoch weiter durch meine Geschichte und führen irgendwann zu einem explosiven Weitergang. Dem folgt dann fröhliches Streichen, was tiefe Befriedigung zur Folge hat.

* Tägliches Schreiben – der große Luxus! Die Tippgemeinschaft hat mir dies ermöglicht und ich habe gesehen, wie wertvoll es ist, es einfach auch zu tun! Was mich zum nächsten Punkt führt:

* Die Geschichte leben. Sie nicht mehr loslassen, sie in Gedanken immer wieder durchgehen – beim kochen, bügeln, fernsehen…ich habe ständig meine Protagonisten gesehen, habe sie heimlich beobachtet und sie so besser kennengelernt. Sie wurden „real“, bewegten sich in meinem Umfeld und ich lernte Verständnis für ihr Handeln zu entwickeln.

Jedem, der mit dem Gedanken spielt ein Buch, eine Geschichte, zu schreiben, kann ich nur anraten, es einfach zu tun. Fangt an, taucht ein, bleibt dran…dann sehen wir uns bei der nächsten #Scyllatippgemeinschaft

Rohkostschnipsel – unlektoriert und unbehandelt
von Lillimetah


Jakob und Enlin
(Arbeitstitel / historischer Roman)

[…] Ich habe nur eine Frage“, seine Hand glitt von ihrem Rücken auf ihre Hüfte. Vielleicht hatte er Angst sie würde seiner Frage ausweichen und würde sich von ihm abwenden, sobald er sie gestellt hatte. Vielleicht genoss er die Berührung genauso wie sie.
Enlin wusste es nicht, jedoch verspürte sie großen Drang sich an ihn zu lehnen. Ihre Hände aber umklammerten das Holz des Schweinegatters nur noch fester.

„Hast du ihn umgebracht?“

Sie zuckte. Ihre Schultern verkrampften und für einen kurzen Augenblick hielt sie den Atem an. Dann neigte sie den Kopf in seine Richtung, schaute ihn aber nicht an.
„Ich weiß es nicht“, flüsterte sie.
„Eine ehrliche Antwort“, seine Hand ließ von ihr ab und kühle Luft trat an ihre Stelle, „das ist ein guter Anfang“.  […]

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